Montag, 13. März 2017

[Rezension] Lúm: Zwei wie Licht und Dunkel von Eva Siegmund

Montag, 13. März 2017


Autor: Eva Siegmund
Verlag: Cbt
Umfang: 511 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-5701-6307-8
Leseprobe



Klappentext

In der Trümmerstadt Adeva entscheidet sich für alle 15-Jährigen in der Nacht der Mantai, welche Gabe sie haben. Ein Mal, das auf dem Handgelenk erscheint, zeigt an, ob man telepathisch kommunizieren, unsichtbar werden oder in die Zukunft sehen kann. Doch bei Meleike, deren Großmutter eine große Seherin war, zeigt sich nach der Mantai – nichts. Erst ein schreckliches Unglück bringt ihre Gabe hervor, die anders und größer ist als alles bisher. 
Als Meleikes Visionen ihr von einem Inferno in ihrem geliebten Adeva künden, weiß sie: Nur sie kann die Stadt retten. Und dass da jenseits der Wälder, in der technisch-kalten Welt von Lúm, jemand ist, dessen Schicksal mit ihrem untrennbar verknüpft ist … (Bild- und Textquelle: Cbt Verlag)
 
 
 

Meine Meinung

Das Buch und die Idee dahinter klang sehr spannend und innovativ; ich erwartete einen guten Mix aus Fantasy, Dystopie und einer zart aufkeimenden Liebe. Auch dieses Prinzip der beiden Welten, der gut klingende erfundene Wortschatz und das angekündigte Endzeit-Feeling machten mich so neugierig. Sicherlich wurden hier keine neuen Ideen geschaffen, aber viele interessante Fakten kombiniert und so etwas Einzigartiges geschaffen. 
Die Umsetzung war insgesamt auch recht gut; der Weltentwurf ist sehr stimmig: nach dem dritten Weltkrieg sind weite Teile der Erde zerstört und eine Gruppe von Menschen haben sich komplett der Wissenschaft verschrieben und Prinzipien daraus gebildet, sowie den Unionsstaats des Lichts. Nur Tatsachen, welche wissenschaftlich erklärt werden können, sind wahrhaftig, kontrollierbar und alles andere muss vernichtet werden. Insgesamt habe ich hier keine Ungereimtheiten gemerkt; alles wird gut und zum richtigen Zeitpunkt erklärt. Auch die Beziehung der technischen Stadt Lúm zur Ruinenstadt Adeva wird gut geklärt und Zusammenhänge logisch gestellt – mir gefiel es sehr gut! 
Die Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, ist der dritten Person zuzuordnen. Anfangs begleitet man vor allem Meleike und Flynn, im Verlauf wechselt die Perspektive zwischen Adeva und Lúm hin und her, sodass viele Seiten der Geschichte beleuchtet werden.

Die Charaktere bleiben durch die personelle Erzählperspektive einem meist fern und so richtig facettenreich wurden sie meist auch nicht dargestellt. Die Hauptpersonen sind sehr übersichtlich, so ist die Protagonistin Meleike ein typischer Teenager, naiv und rebellisch, deswegen auch sympathisch, manchmal aber auch einfach ein wenig nervig. Ihr Gegenstück Flynn konnte mich noch weniger von sich überzeugen und obwohl er ein wenig älter ist, handelte er sehr kindisch; da war Meleike im Verlauf eindeutig viel erwachsener! Seine Art ging mir sehr auf die Nerven. 
Sämtliche Nebencharaktere wie z.B. Meleikes Mutter, der Anführer von Aveda, Rebellengruppen und der Antagonist Professor Snyder bleiben insgesamt eher blass und eintönig. Durch den Schreibstil kommt man ihnen auch einfach nicht viel näher und nicht alles wirkt sehr ausgeklügelt. Auch Meleikes sogenannten besten Freunde fallen meist hinten runter und scheinen eher Mittel zum Zweck zu sein, um die Handlung ins Rollen zu bringen. Genrell handeln alle Charaktere eher für sich, es werden kaum Beziehungsgeflechte aufgebaut und deswegen fehlt es auch vorne und hinten an Emotionen – leider, leider! 
Die Beziehung von Meleike und Flynn konnte mich auch kaum erwärmen; es kommt eigentlich zur Instant-Love, was einfach unpassend und unrealistisch ist. Nach nicht einmal 72 Stunden spricht Flynn von ewiger Liebe und Verbundenheit und mir war das einfach zu doof. Sehr gut fand ich, dass die Beziehung nie so groß im Vordergrund stand, sondern immer mehr die Haupthandlung, aber dennoch haben mich diese wenigen Aussagen sehr genervt. Es hat bei mir selbst nie geknistert, die Gefühle zwischen den beiden haben mich nie erreicht und generell war mir ihr gemeinsames Schicksal auch meist ein wenig egal.

Die Handlung beginnt mit einem interessanten Prolog, der die Situation des Unionsstaats des Lichts erklärt und wie es dazu gekommen ist. Anschließend lernt man auch schon Meleike kennen, in ihrer Heimat Adeva und mitten in der wichtigsten Zeremonie ihres Lebens, denn sie soll an diesem Abend ihre Gabe empfangen. Der Auftakt der Geschiche gefiel mir sehr gut und war interessant, auch wenn mich die ganzen Begrifflichkeiten erst einmal verwirrten. Im Gegensatz dazu begleitet man auch Flynn und sein Schicksal in Lúm wirft dutzende Fragen auf, was mich neugierig machte auf mehr. 
Ich war gefesselt und sehr gespannt, als die beiden verschiedenen Welten aufeinanderprallten und fand es ganze Stücke sehr gut! Doch als Flynn und Meleike dann wirklich zusammen waren, passierte erst mal ganz lange Nichts außer viel Gerede... 
Ab der Hälfte des Buches wirkte auch die ganze Handlung auf mich viel distanzierter und kälter. Unvorhersehbare Wendungen und Überraschungen hielten mich sehr am Ball und ich fühlte mich wie auf einer Berg- und Talfahrt durch das Buch: mal gut, mal schlecht und immer wieder von vorn. Generell war die Spannungskurve eher monoton und hatte nur sehr wenige, kleine Höhepunkte zu verzeichnen. 
Das Ende wird auch nur sehr holprig eingeleitet; ich habe erst mal gar nicht verstanden, dass die Geschichte sich dem Ende zuneigt, da viele Nichtigkeiten besprochen wurden. Andere, wichtige Sachen wurden dann auch wieder in wenigen Sätzen abgehandelt und einige problematische Situationen wurden mit zwei, drei Sätzen einfach entschärft. Auch gefiel mir nicht, dass sich von Anfang bis Ende dann an der Situation fast nichts geändert hat und das Ende so offen war... es stellte mich überhaupt nicht zufrieden. 



Fazit

Insgesamt war „Lùm“ leider nur ein mittelmäßiger Roman, obwohl Idee und Weltentwurf definitiv überzeugen konnten. Leider fühlte ich mich oftmals viel zu distanziert zu sämtlichen Charakteren und auch die Instant-Love machte mich ein wenig wütend. Die Handlung begann vielversprechend, doch im Verlauf plätscherte die Geschichte ein wenig und auch die Spannungskurve verlief eher monoton. Das Ende stellte mich auch überhaupt nicht zufrieden; aus dieser Idee hätte man wirklich noch mehr machen können. Sehr schade!


Lúm: Zwei wie Licht und Dunkel bekommt:

3/5 Herzen

 

0 Kommentar[e]:

Kommentar veröffentlichen

Über Kommentare und Meinungen von Euch freue ich mich jederzeit sehr.
Und ich werde auch direkt unter jedem Kommentar antworten, sollte es Fragen oder Ähnliches geben - also schaut dann einfach noch mal 3-4 Tage später vorbei ;)

Also los, traut euch - ich freue mich über jedes geschriebenes Wort! ;)

Liebe Grüße
Lisa

Copyright by Lisa Ullrich 2011-2016. Powered by Blogger.

© little bookland, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena