Montag, 22. Juli 2013

[Rezension] Geliebte der Nacht von Lara Adrian

Montag, 22. Juli 2013


Autor: Lara Adrian
Titel: Geliebte der Nacht
Originaltitel: Kiss of Midnight
Reihe:
Midnight Breed #1
Verlag: Egmont LYX
Umfang: 461 Seiten
Preis: 9,95 €uro
ISBN: 978-3-8025-8130-4
Leseprobe



Klappentext

Er beobachtet sie in einem gut besuchten Nachtclub – ein sinnlicher, schwarzhaariger Fremder, der Gabrielles verborgenste Fantasien in Aufruhr versetzt. Doch nichts an dieser Nacht – und an diesem Mann – ist, wie es zu sein scheint. Denn als Gabrielle vor dem Club Zeugin eines Mordes wird, verwandelt sich ihre Wirklichkeit in etwas Dunkles und Tödliches. In diesem Augenblick wird sie in eine Welt gestoßen, von deren Existenz sie niemals geahnt hatte – eine Welt, in der Vampire in den Schatten lauern und ein blutiger Krieg kurz vor dem Ausbruch steht.
Doch Lucan Thorne verabscheut die Gewalttätigkeit seiner gesetzlosen Brüder. Obwohl selbst ein Vampir, ist Lucan gleichzeitig ein Krieger, der einen Eid geleistet, seine Art – und mit ihr die unwissenden Menschen, die neben ihnen existieren – vor der Bedrohung durch die gesetzlosen Vampire zu schützen. Er darf nicht riskieren, sich an eine menschliche Frau zu binden, doch als Gabrielle von seinen Feinden angegriffen wird, hat er keine andere Wahl, als sie zu beschützen... (Bild- & Textquelle: Egmont LYX)



Meine Meinung

Das Buch hatte ich bereits 2007 gelesen, kurz nachdem es erschienen war – das ist nun mehr als fünf Jahre her und ich freute mich riesig darauf, mit der Midnightbreed-Reihe noch einmal von vorn beginnen zu können. An die Geschichte kann ich mich eh nur noch dunkel erinnern, von daher wird es wohl sehr interessant werden!

Zu Beginn des Buches erlebt man zunächst eine Szene aus der Vergangenheit, wobei eine Frau von einem Vampir brutal überfallen wird und doch durch die Rettung eines mysteriösen Mannes knapp mit dem Leben davonkommt. Anschließend wird auch schon zur Gegenwart gewechselt, wo man bei Gabrielle Maxwells erster Fotoausstellung teilnimmt, die mehr als ein Erfolg ist. Ein anschließender Clubbesuch, zu dem sie ihre Freunde überreden, bringt das Ganze erst einmal richtig ins Rollen, denn dort sieht sie nicht nur zum ersten Mal Lucan, sondern sie wird auch Zeugin eines Vampirangriffs und somit einem Mord an einem unschuldigen Menschen.
Wodurch ich auch gleich zur Idee komme, die hinter der Geschichte steckt. Vampire sind in der Tat nichts Neues, doch bei Adrian stammen deren Vorfahren von einem fremden Planeten, die dann auf der Erde gestrandet sind. Ihre heutig lebenden Vampire sind Nachfahren dieser und balancieren auf der schmalen Grenze zwischen einem normalen Leben und dem Blutdurst. Jeder Schluck kann zu viel sein und dann mutiert man zum Rogue, seelenlose Kreaturen, die nur noch ihren Hunger stillen wollen und alles töten, was ihnen in den Weg kommt. Deswegen existiert der Orden, der für Gerechtigkeit sorgt und schon seit Jahrhunderten die Rogues auslöscht, damit Menschen und Vampire in Frieden leben können.
Die anschließende Umsetzung der innovativen Ideen ist Adrian fabelhaft gelungen. Dass die Vampire von anderen Planeten stammen wirkt nicht lächerlich, sondern ist eine gute Begründung um diesen Phänomenen einmal darzustellen. Der Kampf gegen die Rogues ist ein zentrales Element und das Hauptthema des Buches, was immer präsent bleibt und durch blutige Kämpfe gut dargestellt wird. 

Womit ich auch zu den Charakteren kommen kann. Gabrielle Maxwell ist Fotografin, jung und selbstständig. Eine Frau, die bodenständig ist, als Waise bei einer Adoptivfamilie aufgewachsen ist und hat keinerlei Ahnung, dass sie für die Vampire etwas ganz besonderes ist. Ein wichtiger Aspekt bei ihr wäre, dass sie nicht sofort an Vampire glaubt, sondern dementsprechend ängstlich, verwirrt und dem ungläubig gegenübersteht. Sie versucht logische Schlüsse zu ziehen, doch keiner glaubt ihren Erzählungen und so denkt sie zeitweise auch, dass sie verrückt ist. Mir gefiel das besonders gut, da so jeder normale Mensch reagieren würde und ihre Gefühle richtig gut und realistisch dargestellt wurden.
Lucan Thorne ist ein Stammesvampir und dazu noch der Anführer des Ordens in Boston. Er ist fast 1000 Jahre alt und kämpft für sein Leben gern. Es ist seine Lebensaufgabe, die Rogues auszulöschen und Frieden für das Vampirvolk zu bringen. Er wirkt kalt und unnahbar, ist ein richtiger Draufgänger und hat doch auch so seine eigenen Dämonen, mit denen er kämpfen muss. Doch trotz allem hat Lucan ein großes Herz und fühlt sich für alles verantwortlich. Er ist nicht perfekt und das macht ihn so sympathisch.
Die Beziehung der beiden ist mehr als kompliziert. Schon bei ihrer ersten Begegnung, bei der Lucan Gabrielle mit falscher Idendität aufsucht, fangen die beiden Feuer und merken die Anziehung, die sie umgibt. Er verhält sich zunächst sehr reserviert während sie fasziniert von ihm ist.Doch Lucan macht es ihr die meiste Zeit über auch nicht leichter und so muss Gabrielle mehrmals für die Beziehung kämpfen. Spätestens als Lucan merkt, dass sie eine Stammesgefährtin ist – eine Menschenfrau, die mit seinesgleichen kompatibel ist und eine lebenslange Verbindung eingehen kann - lehnt er sie ab. Denn das wäre das Letzte, was er seiner Meinung nach gebrauchen kann. Trotzdem knistert es bei den beiden heftig und die heißen Erotikszenen zwischen ihnen versüßen einem die düstere Handlung. Die Szenen sind einem nicht zuwider, fügen sich gut ein und wirken nicht überladen.

Die Emotionen spielen im Buch ebenso eine große Rolle, vor allem nach der längeren Einführung, als dann die Handlung endlich Fahrt aufnimmt. Nicht nur die positiven Gefühlen werden thematisiert, vor allem die negativen, als es plötzlich zu Todesfällen kommt und die Klage der Ordenskrieger und deren Gefährtinnen herzzerreißend ist und einen berühren. Vor allem diese unendlich große, emotionale Seite des Buches spricht mich total an. Natürlich gibt es noch dutzende andere Emotionen, die alle nur vom Leser entdeckt und miterlebt werden wollen.
Auch der Schreibstil trägt hier besonders dazu bei, denn ohne die natürlichen Beschreibungen von Adrian wäre so eine Emotionalität kaum möglich. Sie schreibt flüssig, vielseitig und unterhaltend. In den Erotikszenen könnte sie etwas anecken, genauso wie bei sämtlichen blutigen Kämpfen, aber da gibt es weitaus schlimmere Bücher.
Durch die vielseitige Sicht beim Lesen, die Gabrielle, Lucan und auch die Widersacher des Ordens mit einschließt, bekommt man einen guten Überblick über die gesamte Geschichte und mehrere Handlungsstränge. Während man Gabrielle bei dem verzweifelten Versuch begleitet, plausible Erklärungen für den Vampirmord zu finden, nimmt man gleichzeitig auch teil an Lucans nächtlichen Ausflügen mit seinen Ordensbrüdern. Diese lernt man auch in seinen Szenen näher kennen und stellt fest, dass das alles einzigartige Charaktere sind, wo man sich nur auf die Folgebände freuen kann, denn es verspricht spannend zu werden! 
Ohne die Sicht des Bösen wäre es natürlich langweilig, denn hier erfährt man erst einmal, dass die Sache größer ist, als sie scheint und wie sehr Gabrielle eigentlich in Gefahr ist. Der wahre Drahtzieher wird jedoch erst gegen Ende bekannt.

Die Handlung ist ein ganzes Stück lang sehr eintönig und weniger spannend. So lernt man ja erst Gabrielle kennen, sie beobachtet den Mord und nebenbei erzählt Lucan wichtiges über sein Volk und sich. Bis die beiden sich gegenüberstehen vergehen locker 100 Seiten und bis Gabrielle herausfindet, was er eigentlich ist, noch ein bisschen mehr. So ab der Hälfte des Buches kommt dann die willkommene Abwechslung mit viel Blut und Action. Endlich geht man auf das Rahmenthema ein, die Handlung nimmt rasant Fahrt auf und ab hier ist auch die Spannung endlich präsent. Diese steigert sich dann im Laufe des Buches nur noch mehr und ebbt bis zum finalen Schlag und dem bitteren Ende nicht ab.
Die düstere Atmosphäre verleiht dem Buch einen unheimlichen, gefährlichen und gleichzeitig mysteriösen Touch, der aber gut dazu passt. So kann man sich wenigstens sicher sein, dass einem keine glitzernden Vampire begegnen und das Feeling eines internen Krieges des Vampirvolks kommt gut rüber.
Mein Lesespaß war wirklich riesig und kam vollkommen ohne Abzüge aus. Auch wenn die Handlung am Anfang wirklich etwas eintönig rüber kommt, so war sie für mich doch sehr interessant und nicht langweilig. Gabrielle und Lucans kleine dramatische Beziehung gefiel mir besonders gut, ebenso die zig Emotionen und anderen Charaktere, die die Handlung interessant, lebendig und dynamisch machten. Mich konnte Adrian auf ganzer Länge begeistern!



Fazit

Der Auftakt der Midnightbreed-Serie ist Lara Adrian recht gut gelungen. Der Einstieg ist gut gewählt und die Reaktionen von Gabrielle auf mögliche Vampire sehr realistisch und nachvollziehbar. Sie ist eine sympathische Person, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt und Lucan der schwierige und düstere Gegenpart dazu. Ihre Beziehung ist alles andere als einfach und beide müssen nicht nur einmal alles dafür geben. Der Gegenspieler des Ordens wird eingebracht und scheint noch vielversprechend in den weiteren Bänden zu werden.
Ab der Hälfte des Buches kann man dann mit richtiger Spannung rechnen. Hier wechseln sich Blut & Action mit vielen Emotionen ab, wobei die Liebesgeschichte mit ihren Erotikszenen auch nicht fehlen darf. Man kann sich auf die weiteren Geschichten der übrigen Krieger freuen, denn sie sind allesamt tolle Charaktere. Also dann? Auf ein Neues!


Geliebte der Nacht bekommt:

4/5 Herzen




Band 1: Geliebte der Nacht
Band 10: Erwählte der Ewigkeit

Kurzgeschichte: Das Sehnen der Nacht
Kurzgeschichte: Versprechen der Nacht
Alles über die Welt der Stammesvampire

Band 11: Vertraute der Sehnsucht
Band 12: Kriegerin der Schatten

3 Kommentar[e]:

  1. Ich liebe diese Buchreihe :) Im Moment habe ich allerdings keine Lesephase. Bin glaube ich beim 3. oder 4. mittlerweile. :) Lese da auch schon immer mal wieder über die Jahre hinweg dran.

    Liebe Grüße

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  2. Ich wollte die Reihe schon ewig anfangen! Habe die ersten 9 Bände ja daheim... nur bislang kam leider immer etwas dazwischen. :/ Aber schön, dass es dir gefallen hat!

    LG
    Nazurka

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  3. @Ramona We:
    Ja, die Reihe ist wirklich genial! Ich liebe sie und ich finde, mit jedem Buch kann sie Adrian noch mehr steigern :) Sie sind alle irgendwie meine Lieblinge. Les' also unbedingt weiter - es lohnt sich!

    @Nazurka:
    Dann solltest du das schleunigst tun! Es ist schade, die Bücher nur im Regal stehen zu haben, wirklich! ;)

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