Dienstag, 6. Dezember 2016

[Rezension] Ein Himmel aus Lavendel von Marlena Anders

Dienstag, 6. Dezember 2016


Verlag: Drachenmond
Umfang: 265 Seiten
Preis: 12,90 €
ISBN: 978-3-9599-1915-9



Klappentext

Deine Seele gegen eine Gabe. Oder einen Fluch? 
„Es heißt, es sei gar nobel, sein Leben für das eines geliebten Menschen zu geben. Doch niemand hat davon gesprochen, wie es sich anfühlt, diejenige zu sein, die diese Bürde auf sich nimmt. Darf man eine solche Entscheidung bereuen?“ Diese Frage stellt sich Emery in ihren dunkelsten Momenten. Denn weder ihre Mutter noch ihre Schwester wissen, auf was sie alles verzichtet, um ihnen ein normales Leben zu ermöglichen. Ein Fremder war es, der ihr für ihre Seele eine Gabe versprach – die Fähigkeit, in gefährlichen Situation wie ein Phönix in Flammen aufzugehen. Doch auch wenn der Phönix für neues Leben steht, bringt jede Verwandlung Emery einen Schritt näher an den Tod. 
Um dies zu verhindern, macht sich Emery verzweifelt auf die Suche nach einer Möglichkeit, um den Handel rückgängig zu machen. Dabei soll ihr Nael helfen, der ihr eine Ausflucht aus ihrem alten Leben bietet. Aber ihm sind seine eigenen Dämonen dicht auf den Fersen … (Bild- und Textquelle: Drachenmond Verlag)



Meine Meinung

Die Idee des Buches klingt sehr neuartig und besonders, so wie eigentlich alle Bücher aus dem Drachenmond-Verlag, weswegen auch schon einige bei mir einziehen durften. Außerdem mag ich Bücher mit Phönixen, die meiner Meinung nach viel zu selten auf dem Buchmarkt sind. Ich erwartete anhand der Beschreibung einen tollen Mix aus Romanze und fantastischen Elementen, eine Art Suche, die mich fesselt und begeistert. Neben dem Inhalt fuhr die Autorin noch große Geschütze auf – so sind alle Menschen immer prunkvoll verkleidet und tragen eine Maske, die ihre wahren Gesichtszüge und Emotionen verschleiert; grandiose Idee und eine gute Schaffung von Anonymität. Die Kultur, die Anders hier geschaffen hat, ist wirklich gut und sehr durchdacht. 
Die Umsetzung dieser Ideen war teilweise recht durchwachsen. Die Autorin bedient sich unzähliger Handlungssträngen und Geschichten, die ich nicht nach Relevanz sortieren konnte. Da ist Emery, die ihre Familie beschützt und gleichzeitig Salys unterstellt ist und Leute um ihr Gold erleichtert. Dann sind da noch die Gefallenen und später auch noch ein mysteriöser Fremder... mir war es teilweise zu viel und lange Zeit wusste ich überhaupt nicht, was denn nun wirklich relevant ist, da für mich der rote Faden nicht erkennbar war und alles zusammengewürfelt erschien. Auch bekommt man viel zu lange kaum bis gar nicht Hintergründe geschildert, was mein Lesevergnügen stark abgemindert hat.
Allerdings gelingt es der Autorin sehr gut, einen venezianischen Flair zu verbreiten und ihr melodischer-beschreibender Schreibstil ist definitiv auch ein Pluspunkt. Ich fühlte mich sofort wieder zurückversetzt in meinen Tag in Venedig und hatte alles bildlich vor Auge. 
Sehr schön fand ich auch, wie die Autorin es schaffte, den bezaubernden Titel sehr gut in die Handlung mit einfließen zu lassen – so etwas finde ich immer am schönsten!

Die Charaktere des Buches bleiben entweder recht blass, einseitig oder gingen mir auf die Nerven. Zu Beginn konnte ich mich mit der Protagonistin Emery ja noch ganz gut anfreunden, aber im Verlauf ging sie mir immer mehr auf den Keks, was an ihrer hitzigen und vorschnellen Art lag. Dabei ist sie auch noch sehr einfältig und naiv und leider auch oftmals egoistisch und uneinsichtig. Natürlich war sie auch aufopferungsvoll, emotional und sorgt sich sehr um die Menschen, die ihr lieb und teuer sind – aber für mich überwogen irgendwann nur noch die negativen Aspekte und bei neuen Szenen, bei denen Emery Hals über Kopf reagierte, musste ich die Augen verdrehen. Dennoch fand ich es gut, dass Emery einfach nicht als perfekt dargestellt wurde, da das leider auch oft der Fall ist. 
Andere Charaktere wie ihre Schwester Amra, der Bandenchef Salys oder Mitglieder der Bande wie Ode blieben größtenteils recht einseitig dargestellt und blieben auf einer gewissen Distanz zum Lesenden. Lange Zeit habe ich auch einfach das Prinzip von Salys und seinen Leuten nicht verstanden, wohingegen die Autorin liebevolle Szenen zwischen den beiden Schwestern schaffte, die mein Herz bezaubern konnten. Andere wie die Gefallenen Rhys, Ascher und Caia waren nettes Beiwerk, blieben aber auch meist außen vor – auch wenn Rhys sich heimlich in mein Herz geschlichen hat, der Schlingel! 
Irgendwann tritt auch Nael auf den Plan; Emerys Gegenstück und ihr Love-Interest – tja, lange Zeit war auch Nael viel zu mysteriös und undurchschaubar, aber seine sympathische, ruhige und hilfsbereite Art gefiel mir sofort. Bis zum Ende war er auch mein Liebling. Eine direkte Beziehung gab es zwar nicht, aber die ersten Fäden dorthin wurden gesponnen und für mich war es so wirklich gut. Alles andere wäre übertrieben gewesen und so hatte es einen natürlichen Beigeschmack.

Der Einstieg in die Geschichte war erst mal durch und durch verwirrend für mich – ich habe erst mal nur Bahnhof verstanden und Emery ein wenig überfordert begleitet. Hintergründe werden einfach nicht geklärt und das war auch mein Hauptproblem mit dem Buch, denn nach fast ¾ des Buches gab es immer noch kaum Auflösungen zu unzähligen Fragen, die seit der ersten Seite aufgetreten sind. Mich frustrierte das unglaublich und mein Lesespaß sank rapide herab. 
Dazu kam, dass mir irgendwann auch einfach etwas langweilig wurde. Ich hatte keine Ahnung, in welche Richtung sich denn nun das Ganze entwickeln würde und viele Szenen erschienen mir als unnötig – wie es sich dann auch später erwies (Amras Schwärmerei oder das Monster in Naels Haus). Dutzende Zeitsprünge zwischen den Kapiteln erschwerten mir außerdem das Lesen, da ich überhaupt keine Ahnung hatte, wie viel Zeit vergangen ist und wie Emery nun dort wieder angekommen ist... 
Ebenso taten sich mir Logiklücken und Ungereimtheiten auf, die mich zusätzlich beim Lesen ausbremsten: Warum ist denn Emery die einzige, mit einem Fluch obwohl so viele Menschen Salys unterstellen? Wieso droht Salys Emery nur, dass er ihre Familie finden wird, wenn sie nach Hause geht – er müsste doch in der Lage sein ihre Familie dennoch zu finden? Wieso gibt Salys ihr einen so offensichtlichen Tipp, wo sie ein Heilmittel findet? War er da von allen guten Geistern verlassen? Um nur ein paar Beispiele aufzuführen. Insgesamt wirkten manche Szenen und Begebenheiten auf mich auch zu inszeniert und erzwungen, nur damit die Handlung voranschreitet und so etwas mag ich gar nicht. 
Mit der Zeit fängt sich die Handlung dann doch wieder ein wenig und das letzte Drittel war das beste Stück am gesamten Buch. Emerys Verfall geht weiter und auch Nael scheint einige Geheimnisse zu haben – als sie ein Heilmittel gefunden haben und dafür in den Palast des Königs einbrechen ist die Spannung zum ersten Mal präsent und ich völlig gefesselt. Die Autorin zeigt richtig, was in ihr steckt und das gefiel mir außerordentlich gut! 
Am Ende kommen noch einmal viele Verstrickungen ans Licht und neue Rätsel tun sich auf, die mich wirklich sehr überrascht haben und den Grundstein für die nächsten beiden Bände legen soll.
 
 
 

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn: „Ein Himmel aus Lavendel“ ist ein mittelmäßiges Debüt einer jungen Autorin, die vor allem mit einem fantastischen Setting, zahlreichen guten Ideen und einem melodischen Schreibstil punkten kann. Leider lagen mir die ganzen Rätseleien bis zum bitteren Ende gar nicht und auch die Protagonistin verspielte im Verlauf immer mehr Sympathien durch ihre überhitzte und ungehobelte Art. Dennoch empfehle ich das Buch genau denjenigen, denen es nichts ausmacht, einfach mal auf Antworten warten zu können und gerne Detektiv spielen. Ich bin dafür wohl einfach zu ungeduldig!


Ein Himmel aus Lavendel bekommt:

2,5/5 Herzen

 

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Sonntag, 4. Dezember 2016

[Zitat] Erwählte der Ewigkeit #2

Sonntag, 4. Dezember 2016



„Vergiss die Akten, vergiss die anderen“, knurrte Chase und zerrte sie mit in die Halle. „Was ich will, ist, dass du hier lebend rauskommst.“ 
Er ging mit ihr zum Wartebereich, wo das zerschmetterte Fenster gähnte und eisige Nachtluft hereindrang. Chase blieb abrupt stehen. Auch Tavia blieb stehen, ihr Blut gefror zu Eis. Ein riesiger Mann stand vor ihnen, von Kopf bis Fuß in hautenger schwarzer Kampfmontur, wie eine Art Ninja auf Anabolika. Durch den Schlitz seiner schwarzen Skimaske waren nur kalte dunkle Augen zu sehen. 
Er war ein Stammesvampir, das spürte Tavia bis in die Knochen. Und er war hier, um auf Dragos' Befehl zu töten.

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Donnerstag, 1. Dezember 2016

[Statistik] November 2016

Donnerstag, 1. Dezember 2016



Da verabschiedet sich also der November... und damit auch schon fast das Jahr 2016. Wahnsinn, wie mal wieder die Zeit vergangen ist! 
Dieser Monat war insgesamt nicht so erfolgreich für mich.. zuerst war ich einige Tage krank, dann hatte ich Geburtstag, ein Konzert und eine fünftägige Weiterbildung fernab der Heimat. Seit Montag haben wir auch unsere Wohnung bekommen und es gab viel zu planen, zu organisieren und nun noch zu tun... Das Lesen blieb leider oftmals zeittechnisch stark auf der Strecke und ich denke, dass sich das dieses Jahr auch nicht noch mal erholen wird. Schade! Ich würde sehr gern mein Jahresziel erreichen...
Im Dezember steht demnach auch viel an: die Wohnung will gestrichen und eingerichtet werden - ich möchte dieses Jahr unbedingt noch umziehen! Ansonsten natürlich Weihnachten und Silvester... das wird spannend werden! Ich bemühe mich, so viel wie möglich noch zu lesen!



Gelesen




Gelesene Bücher: 3 Stück
   Australia #1 Goldzeit  -  3/5
   Ein Himmel aus Lavendel (#1)  -  2,5/5
   Midnight Breed #10 Erwählte der Ewigkeit  -  4,5/5 

Absolut magere Ausbeute - vor allem im Vergleich zu den letzten Monaten. Einige Bücher habe ich noch begonnen (Grave Mercy, Duell der Schatten), aber dennoch einfach nicht beenden können... 


Anzahl gelesener Seiten: 1.267
   ~ pro Tag: 42 Seiten
   ~ pro Buch: 422 Seiten

Nicht mal mehr die Hälfte an Seiten pro Tag im Vergleich zum letzten Monat.


Durchschnittsbewertung: 3,3 Herzen

Und auch diese Bewertung sinkt rapide herab - fast ganze 0,5 Herzen! Allerdings habe ich nun auch nicht allzu viel gelesen - aber wer weiß, vielleicht wäre sie dann noch weiter gesunken. 




Enttäuschung des Monats


Leider muss ich sagen, konnte mich "Ein Himmel aus Lavendel" nicht sehr von sich überzeugen - was ich wirklich schade finde, denn das Buch klang absolut genial und es ist wunderschön, sein wir doch mal ehrlich! Doch es ist mein Flop des Monats November geworden. Wieso?
Nun ja: mit der Protagonistin Emery konnte ich mich überhaupt nicht identifizieren. Sie ist verdammt hitzköpfig, egoistisch und teilweise auch sehr kindisch - klar, sie soll sich im Verlauf viel weiterentwickeln, hier suche ich aber dennoch nach einer Charakterentwicklung. Sie handelt, bevor sie denkt und gibt die Schuld an ihrem Versagen permanent anderen. Einige Logiklücken und die zu undurchsichtige Geschichte vermiesten mir das Lesen gehörig und ja, so komme ich leider nur auf eine mittelmäßige Bewertung. Ich hätte es gerne geliebt und bin jetzt enttäuscht... Für mich ist nun auch bei der Trilogie eindeutig Schluss. Schade, denn das venezianisch-angehauchte Setting war phänomenal!




Schmuckstück des Monats


Weitaus glücklicher war ich dagegen mit dem bereits 10. Buch aus der Midnight Breed-Serie von Lara Adrian, denn in "Erwählte der Ewigkeit" hat sie fast alles richtig gemacht! Zu recht also mein absolutes Highlight des Monats November!
Bei dem Buch kommt der erste große Handlungsstrang zu einem Ende und Adrian fährt alle Geschütze auf, um das Buch so spannend und explosiv wie möglich zu machen! Das gelingt ihr größtenteils auch und das Pärchen Chase und Tavia ist einfach perfekt - endlich hat der ungestüme Krieger eine passende Frau gefunden! Dennoch: für mich war das Verhältnis von Liebesgeschichte und Rahmenhandlung nicht so gut gewählt: in einem finalen Band sollte eindeutig die Rahmenhandlung überwiegen, dem war leider nicht so. Ein paar weitere Kleinigkeiten erklären den Punktabzug, dennoch hat sich das Buch - wie alle anderen der Reihe - in mein Herz geschlichen und wird dort zurecht auch lange Zeit lang bleiben! Ich kann die folgenden Geschichten kaum noch erwarten!




Weitere Neuigkeiten im little bookland


Die SuB-Fütterung wurde auch im November erfolgreich weiterhin durchgeführt - falls mal ein landesweiter Druckstop stattfindet, dann habe ich eindeutig genügend zu lesen.

Alter SuB: 263 Bücher
   Neuzugänge: + 9 Bücher
   vom SuB abgelesen: - 3 Bücher
Gesamt: + 6 Bücher
 
Aktueller SuB: 270 Bücher
   und eBooks: 104 Stück
 
 
Außerdem gab es diesen Monat die Rezensionen zu "Unendlich wir" von Amy Harmon, "Flawed: Wie perfekt willst du sein?" von Cecelia Ahern und auch schon zu "Australia #1 Goldzeit" von Mirja Hein zu lesen. 
Auch little bookies (Kurzrezensionen) waren dabei und zwar "Das Phoenix-Projekt & Das Sehnen der Nacht" - kurze Novellen von Jacquelyn Frank und Lara Adrian.

Neben diesen ganzen Sachen wurde es mal wieder Zeit für einen ausführlichen Blick auf die neuen Bücher im Winter - den Post dazu gibt es *hier* zu finden.


So, das war es von meiner Seite aus - ich wünsche Euch einen erfolgreichen Dezember und eine harmonische Adventszeit!

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Montag, 28. November 2016

[SuB-Futter] Neuzugänge im November 2016

Montag, 28. November 2016



Hier sind nun die Neuzugänge aus November! Das Bild ist nicht ganz so optimal, aber besser ging es auch irgendwie dieses Mal nicht.. Dieses Mal mit dabei sind Bücher aus den Verlagshäusern LYX, Piper, Drachenmond, Arena, dtv, Fischer und cbj.

Ganz oben liegt "Was auch immer geschieht", was ja nun schon einige Monate auf den Markt ist, allerdings jetzt erst als Print - und als Print wollte ich es haben. Ebenfalls einziehen musste "Jay: Explosive Wahrheit", damit ich zeitnah weiterlesen kann. Neugierig bin ich auf "Frigid", was sich in meine Sammlung einreiht.
"Gestern und für immer" klang gut und ich hoffe, dass es mich mehr begeistern kann als andere Bücher aus dem Verlag. "Crazy, Secy, Love" war Pflicht, genauso wie die Kurzgeschichten-Sammlung von Clare, obwohl ich bei "Die Legenden der Schattenjäger-Akademie" irgendwie nicht mehr allzu viel erwarte...
Richtige Pflicht waren dagegen "Witch Hunter: Herz aus Dunkelheit" und "Perfect: Willst du die perfekte Welt?" - beides Abschlüsse zwei grandioser Dilogien, die sofort auf den Lesestapel gewandert sind! Last but not least war ich neugierig auf "Das dunkle Herz des Waldes", weswegen auch dieses doch sehr dicke Buch den Weg in mein Regal gefunden hat.

Wie war Eurer November von den Neuzugängen her? Kennt Ihr eines dieser Bücher?

 
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